45 Mikrosekunden Spannung – Split Second [Rezension]

45 Mikrosekunden Spannung – Split Second [Rezension]

Buchanfang

Jenna Morrison gab ihrer Schwester Amber einen Abschiedskuss.

Zum Inhalt:


Nathan Wexler hat eine Entdeckung gemacht, an der zwei Seiten interessiert sind. Er hat herausgefunden, wie wir 45 Mikrosekunden in die Zukunft reisen können. Um an dieses Wissen zu gelangen, gerät Nathan mit seiner Freundin Jenna Morrisson in einen atemberaubenden Wettlauf. Der berühmte Physiker wird dabei getötet – und Jenna bleibt zurück. Sie engagiert einen Privatdetektiv, um die Mörder ihres Freundes zu finden, sich selbst zu schützen und die Entdeckung ihres Freundes nicht in die falschen Hände geraten zu lassen.

Die ersten drei Dinge, die ich nach dem Lesen getan habe:

  1. Herzschmerz gehabt
  2. Mit meinem schlechten Gewissen gekämpft
  3. am Buch gerochen

Mein Eindruck zu Split Second:

Ich liebe Zeitreisen! Ich liebe Science Fiction ohne Raumschiffe! Und das alles noch in einem Zukunfts-Setting, her damit! Auch, wenn “Thriller” drauf stand, dachte ich, Split Second würde das richtige Buch für mich sein. Neben Autonom und “Ich bin viele” war Split Second eines der Jahreshighlights, auf die ich mich gefreut habe. Und es war der erste Thriller, den ich jemals gelesen habe. Mein Eindruck? Wie kann ein Thriller nur so furztrocken und hyperlangweilig sein? Ich habe mich über Wochen durch dieses Buch gequält, und während ich das Lesen von Split Second aufgeschoben habe, habe ich volle 1.100 Seiten aus deutlich besseren Büchern vorgeschoben, um wenigstens ein bisschen Lesevergnügen empfinden zu können.

Wer Zeitreisegeschichten liebt, dürfte hier eher enttäuscht sein; wer jedoch spannende, gut erklärte actionreiche Erzählungen liebt, der sollte unbedingt zugreifen! Auch wenn die Logik gegen Ende etwas hinkt und der Leser das Gefühl hat, der Bär, den der Autor ihm aufbindet, sei so gewaltig, dass man mit dieser Last locker auch in jeder kleinsten Schneewehe für immer versinken kann: in puncto Spannungsbogen und Aufbau einer packenden Geschichte macht Douglas E. Richards so schnell keiner was vor. Und tatsächlich ist sowohl die Bezeichnung Pageturner für dieses Buch als auch der Vergleich des Autors mit Kollegen wie Michael Crichton, Douglas Preston und/oder Lincoln Child wahrlich keine Schmeichelei, sondern schlichte Realität.

Stärken des Buchs:

An Split Second sind folgende Dinge lobenswert:
Das Buch riecht gut. Das Cover macht neugierig. Endlich hat ein Tod mal Auswirkungen. Jennas Weg zum Privatdetektiv und ihre Sorgen rund um die Glaubwürdigkeit ihrer Geschichte sind schlüssig.

Der Schreibstil wie auch das Korrektorat sind vollkommen in Ordnung, aber das war’s auch schon.

Schwächen des Buchs:

Split Second ist ein Action-Thriller. Über Thriller weiß ich, dass sie Pageturner sein sollen, indem sie auf Spannung ausgelegt sind. Diese sogenannte Spannungsliteratur soll das Merkmal haben, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann, so spannend sind sie. Douglas E. Richards schafft es, in Split Second die langatmigste und langweiligste Spannung überhaupt aufzubauen. (Sind Thriller immer so ermüdend? Weiß das wer?)

Es interessiert mich, auch wenn ich mir wirklich Mühe gebe, nicht die Bohne, wie lange irgendwer irgendwo herumfährt und es nervt tierisch, wenn mal wieder irgendwer erschossen wird und alle so pseudo-geheimnisvoll tun. Da kann ich ja gleich Fantasy lesen!

Ich musste mir beim Lesen sogar einen Leseplan aufschreiben, um jeden Tag das Pensum zu schaffen, damit ich Split Second massiv verspätet (ich begann beim Veröffentlichungsdatum mit dem Lesen) irgendwie durchgelesen zu haben. Und wisst ihr was? Ich habe es nicht geschafft. Anderen Rezensionen zufolge wird Split Second im letzten Drittel etwas Science-Fiction-Ähnlich und annähernd interessant für Nerds. Das würde aber vor allem durch Star Trek Anspielungen getragen, und darauf habe ich nun so gar keine Lust.

Mein Fazit:

Vielleicht tue ich Split Second unrecht, wenn ich es nicht zu Ende lesen kann. Play to Live habe ich schließlich auch ertragen, obwohl das Buch kein Bisschen gehalten hat, was es versprochen hat. Aber ich kann einfach nicht. Ich habe Lust auf gute Literatur, ich will endlich wieder Zukunft, Sci-Fi und Nerdzeug. Und keine Pistolen, Autofahrten und ellenlange Ich-bin-mega-mysteriös-aber-deute-dir-die-Geheimnisse-an-Gespräche.

Weitere Informationen:

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Andere Leseeindrücke:

  • noch keine bekannt
Kia Kahawa
Kia liest. Nicht nur Sachbücher zur persönlichen Entwicklung und Schreibratgeber, sondern auch Entwicklungsromane, nerdige Science Fiction und alles, was zwischen Utopie und Dystopie ein bisschen Drama angereichert hat. Bei der Weltenbibliothek gibt sie hin und wieder Einblicke in ihre Reiseberichte, die sie beim Durchqueren spannender Welten anfertigt.
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