Eiersuche mit Eragon – Das Vermächtnis der Drachenreiter [Rezension]

Eiersuche mit Eragon – Das Vermächtnis der Drachenreiter [Rezension]

Buchanfang

Der Wind heulte durch die Nacht und trug einen Duft heran, der die Welt verändern sollte.

Zum Inhalt:


Der 15-jährige Dorfjunge Eragon findet ein Drachenei, hinter dem die Mächtigsten seines Volkes her sind. Der Drache schlüpft und ernennt ihn zum Drachenreiter. Eragon entdeckt eine magische Macht in ihm, die er noch nicht kontrollieren kann. Das Schicksal nimmt seinen Lauf und Eragon ist der einzige, der die Welt noch retten kann.

Die ersten drei Dinge, die ich nach dem Lesen getan habe:

  1. Mich geärgert, dass solche Bücher immer drei Bände haben
  2. Mir vorgestellt, ich würde einen Drachen reiten
  3. Über den Autor gelesen, dass er das Buch mit 15 geschrieben hatte, was wirklich beeindruckend ist

Mein Eindruck zu Eragon – Das Vermächtnis der Drachenreiter:

Ich bin kein Fan von Fantasy und hatte Lust auf ein Fantasybuch. Diese Kombination ist schlecht, daher habe ich auch lange gesucht. Schließlich landete ich bei Eragon, weil ich erstens Drachen mag, den ersten Satz nett fand und nicht beim ersten Wort schon genervt war. Über meine definitive Meinung zum Buch habe ich lange nachgedacht und sie lautet: In einem großen Sumpf von Fantasybüchern ist Eragon eins der besseren. Was aber nichts mit besonders kreativen Plot-Ideen zu tun hat, sondern rein mit der Sprache und der Umsetzung.

Stärken des Buchs:

Den Anfang des Buches mochte ich wirklich sehr. Es muss aufregend sein, ein Drachenei zu finden und einen Drachen aufzuziehen. Diese Idee fand ich schon so beflügelnd, dass ich die ersten Seiten verschlang. Dabei fand ich vor allem Eragons Situation authentisch dargestellt: Er ist arm, er ist in der Zwickmühle und er muss seine Familie anlügen. Auch der Wachstum seiner Figur war glaubwürdig, besonders zu Beginn.

Die Sprache möchte ich besonders loben, auch wenn diese nun nicht herausragend war. Aber es ist auch kein Buch für herausragende Sprache. Aber die Sätze waren lebendig, nicht hölzern oder plakativ, ich konnte gut mitfühlen und habe an vielen Stellen gedacht: „Ein schöner Satz.“ Das war auf meiner Suche nach einem Fantasybuch das wichtigste Kriterium und sämtliche Bücher dieses Genres in der Bücherei fielen durch.

Schwächen des Buchs:

Leider konnte das Buch seine Qualität nicht halten. Anfangs hat mich vor allem gestört, dass die Beziehung zum Drachen einfach da war. „Boom, markiert, du bist mein Drachenreiter, liebe mich.“ Dabei hätte ich gerade diese Annäherungsversuche zu einem fremdartigen Geschöpf spannend gefunden.

Später kommt eine Fee dazu, in die sich Eragon verguckt. (Das wird so direkt nicht gesagt, aber es ist klar und ich bin mir sicher, dass das in den nächsten Bänden weitergeflochten wird.) Dabei ist die Fee austauschbar wie jede Fee. Schön (natürlich), spricht voll Tüdeldü, mutige Kämpferin und verrückt nach Ehre. Charakter? Nicht nötig. Ist ja ne Fee, das ist schon cool genug.

Zuletzt der Plot. Erstens kommt Eragon natürlich oft in total und unwiderruflich ausweglose Situationen. Ständig ist er so gut wie tot. Aber dann entdeckt er eine neue coole Magie, die er vorher noch nicht kannte, und ist gerettet. Genauso ist es mit der epischen Schlacht am Ende. Mega die Pleite, alle sind bald tot. MAGIE. Buch rum. Hä? Mich hat übrigens extrem gestört, dass vor der Schlacht noch gesagt wurde: „Wir können es uns nicht leisten, dich Drachenreiter und deinen Drachen zu verlieren.“ Die Lösung lautete, dass sie am besten mitkämpfen, und zwar am Boden bei den ganzen Feinden. Sehr clever. Die Schlacht an sich hat mich auch genervt. Unabhängig davon, dass immer eine Schlacht stattfinden muss (warum?!), wünsche ich mir, dass der Feind auch mal mit Köpfchen besiegt wird. Oder wenigstens auch mit Köpfchen. Aber Intelligenz war nicht gefragt, Eragon hat ja seine Macht und dazu ein Schwert, das sich schon darauf freut, zu morden. (Ja, das wird wirklich gesagt.)

Hab ich schon vom Bösewicht erzählt? Der ist so ein durch und durch böser Typ, der unbesiegbar ist. Eragon trifft ihn zweimal, das war es. Wirklich Angst oder Respekt hat man vor diesem Wesen mit wahllosen Absichten nicht. Man weiß ja eh, dass da nur ein bisschen Magie reicht und alle sind gerettet.

Mein Fazit:

Eigentlich dachte ich vor der Rezension noch, das Buch sei ja in Ordnung gewesen. Immerhin hatte ich mich am Anfang erfreut und die Sprache … Aber nun sehe ich, dass ich die Liste der Schwächen geradezu runtergeschimpft habe. Ich denke, ich darf das Buch nicht mit anderen Fantasywerken, die ich kenne, vergleichen. Sondern mit allen Büchern. Und da war das Buch: na ja. Also die weiteren Bände werde ich nicht mehr lesen. Aber ich wette, ich kenne schon das Ende: Magie!

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Andere Leseeindrücke:

  • noch keine bekannt
Magret Kindermann

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