Wahnsinn! – Nachruf auf den Mond [Rezension]

Wahnsinn! – Nachruf auf den Mond [Rezension]

Der erste Satz

Sie sollten wissen, dass ich kein netter Mensch bin.

Zum Inhalt:


Matthew Holmes hatte eine schöne frühe Kindheit, obwohl sein großer Bruder Simon an der Glasknochenkrankheit erkrankt ist. Dann geschah ein Unfall im Urlaub, und Simon trug seinen kleinen Bruder, um ihm zu helfen. Jetzt ist Simon tot, und Matthew ist schuld. Zumindest sagt er das. Seine Mutter ist schwer depressiv, Matthew muss die Schule wechseln, um von der Erinnerung an seinen toten Bruder wegzukommen. Doch die Erinnerung kommt mit: In Form einer Psychose erscheint Matthew sein Bruder immer wieder. Eine paranoide Psychose bringt ihn in die Psychiatrie, wo er auf einem Computer Tagebuch schreibt. Und dieses Tagebuch heißt: Nachruf auf den Mond.

Die ersten drei Dinge, die ich nach dem Lesen getan habe:

  1. Ich habe nichts bereut.
  2. Meinen Terminkalender angesehen
  3. Platz für eine Neuüberarbeitung von “Irre sind menschlich geschaffen”

Mein Eindruck zu Buchtitel:

Nachruf auf den Mond* ist der beste Psychiatrie-Roman, den ich jemals gelesen habe. Zwar bin ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht mit Suicide Notes durch, aber das Buch hatte mehr Inhalt als ich erwartet hätte. Dieses wird vermutlich eine der kürzesten Rezensionen, die ich je geschrieben habe, weil ich so endlos begeistert bin.

Stärken des Buchs:

Welches Buch stellt bitte meine liebste Buchreihe über den Psychiater Hector in den Schatten? Genau: “Nachruf auf den Mond”. Es ergibt keinen Sinn, alle Stärken dieses Buches aufzuzählen. Der Entwicklungsroman hat einen klasse Plot, perfekt recherchierte psychiatrische Umstände und Eigenheiten, ist spannend, schlüssig und mit dem gewissen Etwas geschrieben, … Ich liebe es.

Als besondere Stärke möchte ich aber die Schrift des Buches herausstellen. Sie spielt mit dem Leser. Sie inspiriert mich. Somit schreibt Matthew, wenn er aus der Psychiatrie ausbricht, zu Hause auf einer Schreibmaschine weiter. Das wird dem Leser erst im Laufe des Textes klar. Ich liebe diesen: “aha, deswegen ist die Schriftart anders!”-Moment.

Schwächen des Buchs:

Die einzige Schwäche, die “Nachruf auf den Mond” hat, ist das Ende. Kennst du diese Beethoven-Parodie, bei der das Orchester den Schlussakkord spielt, dann noch einmal ausholt, noch einmal auf den Schlussakkord kommt, wieder ausholt und ein weiteres Mal, jedes Mal prunkvoller als vorher, die letzten Noten betont und nicht zum Ende kommt? Oder kennst du “Your Name”, ein Anime, bei dem sich das Ende ebenfalls verfranst und man immer wieder denkt: “Das ist das Ende. Wie schön!”, dann aber noch weitere Minuten auf der Leinwand kommen? Leider ist das Ende von “Nachruf auf den Mond”  auch so. Ich hätte die Geschichte schon vor der “Schluss-Aktion” beendet, finde diese “Schluss-Aktion” (spoilerfreie Formulierung) aber auch kitschig und überflüssig, wenn auch die Message toll ist.

Eine Autorin knickt ein.

Nun. Ich rezensiere hier ein Buch mit fünf von fünf Herzen. Ich bin begeistert, beeindruckt, verliebt und überwältigt. Die Weltenbibliothek hat das einzigartige Merkmal, dass jeder unserer Rezensenten selbst Autor ist. Ich bin Autorin, und ich habe einen Psychiatrie-Roman mit dem Arbeitstitel “Irre sind menschlich” geschrieben. Mit “Nachruf auf den Mond” ist es hier zum ersten Mal in der Geschichte dieses Buchblogs dazu gekommen, dass ich mein Manuskript vom Verlag zurückziehen werde, um es komplett zu überarbeiten. Nathan Filer hat mir so viel Inspiration mit auf den Weg gegeben, die Latte so hoch gelegt, dass ich mein eigenes Werk nun nicht mehr so veröffentlichen und es verbessern möchte. Mehr dazu habe ich auf meinem Blog geschrieben: “Nachruf auf mein Buch“.

Mein Fazit:

Ich liebe “Nachruf auf den Mond*. Was soll ich sonst noch sagen? Kauft euch dieses Buch, recherchiert über Psychosen und schafft ein Bewusstsein für die Signale. Denn jeder kann von der Krankheit betroffen werden und es nicht einmal merken. Außerdem ist es ein gutes Buch.

Weitere Informationen:

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Andere Leseeindrücke:

  • noch keine bekannt
Kia Kahawa
Kia liest. Nicht nur Sachbücher zur persönlichen Entwicklung und Schreibratgeber, sondern auch Entwicklungsromane, nerdige Science Fiction und alles, was zwischen Utopie und Dystopie ein bisschen Drama angereichert hat. Bei der Weltenbibliothek gibt sie hin und wieder Einblicke in ihre Reiseberichte, die sie beim Durchqueren spannender Welten anfertigt.
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