Oliven & Krebs – Die Unwahrscheinlichkeit von Liebe [Rezension]

Oliven & Krebs – Die Unwahrscheinlichkeit von Liebe [Rezension]

Der erste Satz

Nebenan zieht ein Neuling ein.

Zum Inhalt:


Zac hat Leukämie und gammelt im Krankenhaus rum. Ja, er gammelt wirklich, denn er hat nichts zu tun, darf nicht einmal aufstehen. Seine Knochenmarktransplantation ist einige Zeit her und gerade muss er wirklich nur Zeit absitzen, bis er wieder nach Hause darf, wo die Farm seiner Eltern auf ihn wartet: Ein Olivenhain mit Steichelzoo. Alpakas, Kaninchen, Meerschweinchen, Ziegen… Und dann noch die gierige Füchsin. Aber was passiert? Statt dass Zac zu Hause mithelfen und in die zwölfte Klasse gehen kann, muss er im Krankenhausbett liegen. Nichts Spannendes geschieht. Bis Mia im Zimmer nebenan einzieht. Sie ist anders. Laut, rebellisch. Zickig. Launig. Und dann spielt sie Lady Gaga auf einer Lautstärke, die das Krankenhaus erbeben lässt. Mit einem Klopen gegen die Wand fängt alles an. Zac wollte eigentlich nur seine Ruhe. Aber Mia antwortete mit einem Pochen, und seit diesem Zeitpunkt gehören die beiden zusammen.

Die ersten drei Dinge, die ich nach dem Lesen getan habe:

  1. Die Teile “Zac”, “Und”, “Mia” noch einmal durchgeblätter
  2. Überlegt, von Kapitel 33 nicht ein besseres Ende gewesen wäre
  3. Ein bisschen Enttäuschung gespürt

Mein Eindruck zu Die Unwahrscheinlichkeit von Liebe:

Liebe ist gar nicht unwahrscheinlich. Schon gar nicht in der Welt der Bücher. Ich hatte befürchtet, einen Liebesroman mit diesem starken Klappentext in der Hand zu halten. Es stellte sich aber heraus, dass es sich bei “Die Unwahrscheinlichkeit von Liebe” um ein richtig gutes Buch über die Krebserkrankungen zweier Menschen und deren Innenleben handelt. Und das hat mich positiv überrascht. Insgesamt ist dieser Roman lesenswert für jeden und sollte mehr Aufmerksamkeit erfahren.

Stärken des Buchs:

Die Unwahrscheinlichkeit von Liebe ist nicht kitschig. Das ist gut! Zac und Mia passen erschreckend gut zusammen, und der Anteil der Liebesgeschichte wurde schön klein gehalten. Bei einem riesigen Thema wie Krebs empfände ich es schon sehr überflüssig, wenn die Liebe einen allzu großen Stellenwert einnehmen würde. Daher bin ich mit “Die Unwahrscheinlichkeit von Liebe” hier sehr zufrieden,

Stark im Buch ist ganz klar Zac. Er hat eine tolle Stimme, einen großartigen Hintergrund und ist nicht nur schlüssig, sondern auch sympathisch und absolut grandios geschrieben worden. Im ersten Teil des Buches geht es nur um Zac. Im zweiten Teil wechseln sich Zac und Mia ab. Mir ist aufgefallen, dass ich die Zac-Teile immer deutlich lieber gelesen habe, auch wenn Mia sehr rätselhaft war und Kapitel aus ihrer Sicht nicht nur enorm wichtig, sondern auch gewissermaßen beschleunigend waren. Aber mit Zac konnte man sich besser identifizieren, daher ist er mein Liebling.

Generell möchte ich aber auch den Plot von Die Unwahrscheinlichkeit von Liebe loben. Er ist an einigen Stellen vorausschaubar und an manchen Stellen zu optimistisch für meinen Geschmack, aber er ergibt lückenlos Sinn, beweist Tiefgang (Stichwort: Füchsin) und saugt den Leser immer tiefer ins Buch hinein. Mir hat das Lesen großen Spaß gemacht. Und das ist die Hauptsache, oder?

Schwächen des Buchs:

So, wie ich Zac bei den Stärken gelobt habe, muss ich Mia bei den Schwächen erleben. Sie wirkt an vielen Stellen wie ein pubertäres Gör, das ohne Zusammenhang irgendwelche Dinge tut. Ihre Motivation ist nicht klar erkennbar. Warum sie vor ihrer Mutter flieht, das kriegt man beim Lesen von “Die Unwahrscheinlichkeit von Liebe” noch auf die Kette. Auch, weshalb sie ihre Freundinnen nicht mehr verstehen kann. Aber wieso Mia nach ihrer Krankenhaus-Entlassung nach Sydney will, ob sie wirklich an eine flache Erde glaubt, und warum sie derart viel Geld stehlen muss, bleibt mir unersichtlich. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Bus von Perth nach Sydney über 400 Dollar kostet. Falls doch, habe ich einfach zu wenig Ahnung von Australien. Aber insgesamt hatte Mia viele Schwächen und schien ihrem Alter nicht gerecht. Für eine Siebzehnjährige erschien sie mir deutlich zu pubertär, aber angesihchts dessen, was man ihr angetan hat, ist das auch irgendwo okay. Ihr seht in der Endbewertung, wie schlimm ich Mias Charakterschwäche gewertet habe.

Eine Sache muss ich aber noch erwähnen: Nämlich das Korrektorat. Es war okay. Im Sinne von: “mhhh… is’ okay”. Es gibt einige Fehler, die dem Leser ins Auge springen und bei sorgfältigerer Arbeit hätten ausgelöscht werden können. Diese Art Fehler kam abr nur sechs Mal im Buch vor und ist verzeihbar. Obwohl ich Bücher ohne Fehler natürlich bevorzuge.

Mein Fazit:

Die Unwahrscheinlichkeit von Liebe – ja, wie unwahrscheinlich ist sie? Das ist eine gute Frage. Denn ich habe keine Ahnung. Die Liebe kommt sehr kurz in diesem Buch. Das ist für mich etwas Gutes. Auch wenn ich dachte, ich würde meinen ersten Liebesroman mit diesem Buch lesen, wurde ich eines Besseren belehrt. Es handelt sich um einen relevanten, starken und liebenswürdigen Entwicklungsroman, der in Australien spielt und von zwei krebskranken jungen Erwachsenen erzählt. Ohne Kitsch, nur ein Minimum von Liebe – große Klasse!

Weitere Informationen:

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Andere Leseeindrücke:

  • noch keine bekannt
Kia Kahawa
Kia liest. Nicht nur Sachbücher zur persönlichen Entwicklung und Schreibratgeber, sondern auch Entwicklungsromane, nerdige Science Fiction und alles, was zwischen Utopie und Dystopie ein bisschen Drama angereichert hat. Bei der Weltenbibliothek gibt sie hin und wieder Einblicke in ihre Reiseberichte, die sie beim Durchqueren spannender Welten anfertigt.
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